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Wissen · Wirtschaftlichkeit

Ab wann rechnet sich ein Reinigungsroboter?

Konservativ gerechnet, jede Annahme belegt — inklusive der Fälle, in denen sich RaaS nicht lohnt. Kurzfassung: Break-even liegt bei etwa 1.400 m² täglicher Fläche bei 5 Reinigungen pro Woche; darunter ist manuelle Reinigung meist günstiger.

Annahmen (konservativ, alle belegt)

A1 Branchenmindestlohn Gebäudereinigung LG1 ab 01.01.2026: 15,00 EUR/h (10. Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen in der Gebäudereinigung, allgemeinverbindlich; 2025: 14,25 EUR, +5,26 %).

A2 Stundenverrechnungssatz Unterhaltsreinigung: 28 EUR/h netto. Belegte Spannen: 25-35 EUR (CleanCalc), 30-38 EUR (Unterhaltsreinigung Bayern), 25-45 EUR (Markt allgemein). 28 EUR ist bewusst am unteren Rand - das benachteiligt den Roboter-Case.

A3 Manuelle Flächenleistung auf zusammenhängender Hartbodenfläche: 400 m²/h. BIV-Richtwerte: Büro wenig möbliert 300, Flur/Gang 450, Verkaufsfläche 300, Lagerhalle 700 m²/h. 400 m²/h ist ein konservativer Mischwert.

A4 Substitutionsgrad: der Roboter übernimmt nur 65 % der Bodenfläche. Sanitär, Treppen, Kanten, Mobiliar, Papierkörbe, Engstellen bleiben manuell. Zusätzlich 0,5 h/Tag Begleitaufwand (Befüllen, Entleeren, Sichtkontrolle, Nacharbeit) einkalkuliert.

A5 Roboter-Vollkosten: 1.200 EUR/Monat RaaS-Rate + 200 EUR/Monat Betriebskosten (Strom, Wasser, Bürstenverschleiss, jährliche UVV-Prüfung; Blink nennt 150-200 EUR) = 1.400 EUR/Monat. Die 1.200 EUR liegen in der Mitte der belegten Spanne 900-1.400 EUR (Blink) bzw. 849-1.385 EUR (RobotLAB Gausium Scrubber 50 Pro, umgerechnet).

A6 22 Reinigungstage/Monat (5x/Woche).

A7 Roboter-Effektivleistung 1.000 m²/h. Kärcher KIRA B 50: theoretisch max. 2.365 m²/h, praktisch ca. 1.800 m² je Tankfüllung (55/55 l). 1.000 m²/h ist ein 58-%-Abschlag für Laden, Wasserwechsel, Umsetzen. A8 Quellenvorbehalt zu A3 (Stand 09.09.2026): Die Zuschreibung der Leistungswerte an den BIV ist am Verbandsdokument nicht geprüft. Die Primärquelle — das Merkblatt 'Empfehlungen zur Ermittlung von Leistungszahlen in der Unterhaltsreinigung' der Gütegemeinschaft Gebäudereinigung, Ausgabe Juli 2020, Tabelle 3.1 — nennt deutlich niedrigere manuelle Werte: Büro 160-230, Flure manuell 250-350, Flure maschinell 300-650, Treppenhaus 130-200, Sanitär 60-90 m²/h. Verkaufsfläche und Lagerhalle kommen dort überhaupt nicht vor. Die 400 m²/h aus A3 liegen damit oberhalb jeder belegten manuellen Baseline und entsprechen eher maschineller Flurreinigung. Wirkungsrichtung, damit die Unsicherheit einschätzbar bleibt: Ein niedrigerer manueller Leistungswert ließe den Roboter BESSER aussehen, weil dieselbe Fläche mehr manuelle Stunden bindet. 400 m²/h ist also die für den Roboter ungünstige Annahme. A3 und der Break-even von 1.400 m² bleiben unverändert, bis beide gemeinsam neu gerechnet werden — eine isolierte Senkung des Leistungswerts würde den Datensatz in sich widersprüchlich machen. Zur Einordnung, jeweils als täglich gereinigte Gesamt-Bodenfläche bei 1.400 EUR/Monat Roboterkosten, 22 Reinigungen, 28 EUR/h und Substitutionsgrad 0,65: gegen Büroreinigung 560-800 m²/Tag, gegen manuelle Flurreinigung 870-1.220 m²/Tag, gegen maschinelle Flurreinigung 1.050-2.270 m²/Tag. Der Bestandswert 1.400 m² entspricht einer Vergleichsbasis von 400 m²/h und liegt damit oberhalb jeder manuellen Baseline. Wer die Zahl nennt, muss die Vergleichsbasis mitnennen.

A9 Präzisierung zu A2 (Stand 09.09.2026): Die 28 EUR/h sind kostendeckend — sie liegen am oberen Rand der eigenen Selbstkosten, gegenüber den Marktverrechnungssätzen aus A2 dagegen weiterhin am unteren Rand. Bottom-up: Arbeitgeberanteil 23,84 % (Sozialversicherung 21,15 % plus Umlagen 2,69 %; bei Betrieben über 30 Beschäftigten entfällt U1, dann 21,74 %) ergibt für LG1 (15,00 EUR) ein Arbeitgeberbrutto von 18,58 EUR/h (ohne U1 18,26 EUR); mit Ausfallfaktor 1,30 für 30 Urlaubstage, rund 10 Feiertage und Krankenstand sind das rund 24,15 EUR je produktiver Stunde (ohne U1 rund 23,74 EUR), plus Gemeinkosten von 2,50-4,00 EUR/h ergeben Selbstkosten von 26,65 bis 28,15 EUR/h netto. Erst ein Aufschlag von 8 % Wagnis und Gewinn führt zu einem Verrechnungssatz von 28,78 bis 30,40 EUR/h. Ein Prozentsatz für die gesetzliche Unfallversicherung (BG BAU) ist in dieser Kette bewusst NICHT enthalten: Die Gefahrklasse 4,18 ist belegt, ein daraus abgeleiteter Prozentsatz auf das Bruttoentgelt nicht. Die 28 EUR liegen damit am oberen Rand des Selbstkostenkorridors und über den 26,81 EUR, die dynvon als Selbstkostensatz ohne Marge ausweist; unter jedem Verrechnungssatz mit Wagnis und Gewinn liegen sie weiterhin. Sie bleiben unverändert — und sie sind hier die richtige Größe, weil in dieser Rechnung eingesparte EIGENE Arbeitszeit bewertet wird: Wer stattdessen 30 EUR einsetzte, schriebe dem Betrieb gut, dass er seine eigene Gewinnmarge einspart.

Break-even: ab ~1.400 m² täglicher Fläche

Roboter-Vollkosten 1.400 EUR/Monat / 22 Tage = 63,64 EUR/Tag.

63,64 EUR / 28 EUR/h = 2,27 h/Tag manueller Arbeit, die eingespart werden müssen.

2,27 h x 400 m²/h = 909 m² substituierte Bodenfläche pro Tag.

Bei 65 % Substitutionsgrad: 909 / 0,65 = ca. 1.400 m² täglich gereinigte Bodenfläche.

=> BREAK-EVEN bei ca. 1.400 m² täglicher Fläche (5x/Woche). Das deckt sich unabhängig mit der Branchenangabe von Blink (Mindestfläche 1.000-1.500 m² täglich).

Auslastungscheck: 909 m² / 1.000 m²/h = 0,9 h Roboterlaufzeit/Tag. Der Roboter ist am Break-even stark unterausgelastet - genau hier liegt der Hebel: jede zusätzliche Stunde Laufzeit ist quasi grenzkostenfrei.

Beispiel: 5.000 m², 5x pro Woche

Substituierte Fläche 65 % = 3.250 m²/Tag.

Manuell: 3.250 / 400 = 8,13 h/Tag x 22 = 178,8 h/Monat x 28 EUR = 5.006 EUR/Monat.

Roboter: 1.400 EUR/Monat Vollkosten + 0,5 h/Tag Begleitung (11 h x 28 EUR = 308 EUR) = 1.708 EUR/Monat.

Ersparnis ca. 3.300 EUR/Monat bzw. 66 % auf dem substituierten Anteil. Roboterlaufzeit 3,25 h/Tag - machbar, bei KIRA-B-50-Klasse mit ca. 2 Tankfüllungen.

Gegenrechnung (Worst Case)

Nur 50 % Substitutionsgrad, sonst gleiche Annahmen: 2.500 m² / 400 = 6,25 h/Tag x 22 = 137,5 h x 28 EUR = 3.850 EUR manuell vs. 1.708 EUR Roboter => noch immer ca. 2.140 EUR/Monat Ersparnis.

Reinigungsfrequenz 3x/Woche (12 Tage/Monat): Break-even steigt auf ca. 2.550 m². Bei 2x/Woche kippt der Case für die meisten Objekte - RaaS lohnt sich dort nicht.

Objekte unter ca. 1.200-1.400 m² täglicher Fläche: KEIN Business Case bei diesen Raten. Das ist ehrlich zu kommunizieren; Leadqualifizierung über Fläche und Frequenz ist der wichtigste Filter im Marktplatz.

Mieten oder kaufen?

Kauf eines Scheuersaugroboters: 35.000-55.000 EUR (Blink), Amortisation 18-30 Monate. Im RaaS-Modell entfällt die Kapitalbindung vollständig; der Cashflow ist ab Monat 1 positiv, sobald die Fläche über Break-even liegt. Zusätzlich trägt der Anbieter Reparatur-, Ausfall- und Technologierisiko (Ersatzgerät, Software-Updates im Paket). Bei einer Branchen-Lohndynamik von +5,26 % p. a. in LG1 verbessert sich der Roboter-Case zudem jedes Jahr automatisch, während RaaS-Raten über die Laufzeit fix sind. Die Gegenrechnung gehört dazu: Wer Eigenkapital und dauerhaft hohe Auslastung hat, fährt mit Kauf oft günstiger — §7g-Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung wirken nur beim Kauf, und nach der Amortisation arbeitet das Gerät für den Restwert weiter. Welche Seite gewinnt, entscheidet die Fläche, nicht die Ideologie — genau das rechnet die Bedarfsanalyse aus.

Wichtige Einschränkung

Der Verrechnungssatz-Vorteil realisiert sich beim Dienstleister nur, wenn Personalstunden tatsächlich abgebaut oder auf höherwertige Leistungen umgeschichtet werden. Beim Auftraggeber (Inhouse-FM) realisiert er sich erst bei tatsächlicher Vertragsreduktion. Diese Unterscheidung gehört in jede RoboHub-ROI-Darstellung, sonst ist die Rechnung angreifbar.

RaaS-Raten im Markt (Benchmarks)

Öffentlich auffindbare Miet-/Leasingraten, Stand Juli 2026. US-Raten (RobotLAB, 36-Monats-Verträge) sind Größenordnungen, keine zitierfähigen Einzelpreise — deutsche Händlerraten sind belastbarer. Mit ≈ markierte Werte sind aus USD-Raten umgerechnet (Kurs 30.07.2026). Achtung: „Leasing ab"-Raten deutscher Händler enthalten oft keinen Service.

ModellRate/MonatLaufzeit
Gausium Scrubber 50 ProLaut RobotLAB bündelt RaaS 'hardware, software, support, and maintenance' in einer Rate. Explizit genannt an a…≈ 849 €aus 979 USD36 Monate (Store-Katalog durchgängig ausgewiesen)
Gausium Scrubber 75PHardware, Software, Support, Wartung in einer Rate≈ 2.777 €aus 3.199 USD36 Monate
Gausium Phantas 1.3 EnhancedHardware, Software, Support, Wartung≈ 858 €aus 989 USD36 Monate
Gausium Vacuum 40Hardware, Software, Support, Wartung≈ 1.223 €aus 1.409 USD36 Monate
Gausium BeetleHardware, Software, Support, Wartung≈ 815 €aus 939 USD36 Monate
Pudu CC1 ProHardware, Software, Support, Wartung≈ 702 €aus 809 USD36 Monate
Pudu MT1Hardware, Software, Support, Wartung≈ 555 €aus 639 USD36 Monate
Pudu BG1 SerieHardware, Software, Support, Wartung≈ 1.075 €aus 1.239 USD36 Monate
LionsBot R3 Scrub ProHardware, Software, Support, Wartung≈ 911 €aus 1.049 USD36 Monate
LionsBot R12 Rex CSHardware, Software, Support, Wartung≈ 2.351 €aus 2.709 USD36 Monate
CenoBots L50 ScrubberHardware, Software, Support, Wartung≈ 1.214 €aus 1.399 USD36 Monate
SoftBank WhizHardware, professionelle Installation, Mitarbeiterschulung, Software-Updates, technischer Support (RobotLAB-Fo…≈ 728 €aus 839 USD36 Monate
Avidbots Neo 2Laut Quelle: Roboter vor Ort konfiguriert, Deployment inkl. Floor-Mapping und Integration, laufender Service u…≈ 651 €aus 750 USDNicht öffentlich beziffert
Pudu MT1 - deutscher MarktLeasingrate ohne Service; Servicepakete 'Bronze bis Gold' separat, von Basis-Support bis Rundum-sorglos mit pr…379 €Keine Laufzeit veröffentlicht; '14 Tage risikofrei testen' beworben
Pudu CC1 / CC1 Pro / MT1 Max - deutscher MarktLeasingrate ohne Service; Servicepakete separat399 €Nicht veröffentlicht
Full-Service-Miete Kompakt-BüroroboterInstallation, Wartung, 24/7-Support, Ersatzgerät, Schulung, Software-Updates und Ersatzteile; in Berlin/Potsda…149 €Flexible Leasinglaufzeiten 12 bis 60 Monate; grössere Systeme ab ca. 500 EUR/Monat
Scheuersaugroboter allgemein - deutscher MarktNicht einheitlich; Roboterly weist ausdrücklich darauf hin, dass zu klären ist, 'ob Wartung, Softwareupdates u…1.150 €Nicht einheitlich veröffentlicht; 60-Monats-Angebote ab 475 EUR/Mon im Markt genannt

Was steckt in einer RaaS-Rate?

LAUFZEITEN: 36 Monate sind der De-facto-Standard im US-Markt - RobotLAB weist im gesamten Reinigungsroboter-Katalog durchgängig '36mo' aus, commercialrobotvacuums.com nennt 36-Monats-Verträge als Standardfall. Sproutmation formuliert die Bandbreite präziser: 'standard RaaS terms are 24-36 months, with longer terms lowering the monthly payment'. Im deutschen Markt ist das Bild breiter und weniger standardisiert: Immo Clean bietet 12 bis 60 Monate, ein weiterer Anbieter 60 Monate ab 475 EUR/Monat. Kündigungsfristen und Ausstiegsklauseln werden von KEINEM der recherchierten Anbieter öffentlich beziffert - das ist eine echte Marktlücke und ein starker Differenzierungshebel für RoboHub (Transparenz über Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist, Verlängerungsautomatik, Rückgabekonditionen).

WAS RaaS-RATEN ÜBLICHERWEISE BÜNDELN (Schnittmenge der Anbieterangaben): 1. Hardware-Nutzung ohne Eigentumsübergang (kein CapEx, kein Restwertrisiko). 2. Inbetriebnahme/Deployment inkl. Floor-Mapping und Integration - explizit bei servicerobotco und Sproutmation ('deployment, RFM'). 3. Mitarbeiterschulung/Training - explizit bei RobotLAB und Immo Clean. 4. Wartung und Reparaturen inkl. jährlicher Präventivwartung mit Teilen und Arbeitszeit (Sproutmation). 5. Remote-Monitoring/Flottenmanagement. 6. Software-Plattform und Updates. 7. Technischer Support (Immo Clean: 24/7). 8. Ersatzgerät bei Hardwareausfall ('backup unit when yours gös down' - servicerobotco, grabarobot, Immo Clean).

WAS TYPISCHERWEISE NICHT ENTHALTEN IST - die häufigste Fehlerquelle in Angeboten: - Verbrauchsmaterial (Bürsten, Pads, Reinigungsmittel, Filter): Sproutmation sagt explizit 'consumables remain separate'; commercialrobotvacuums beziffert 500-1.000 USD pro Jahr und Roboter. - Betriebskosten Strom und Wasser sowie die jährliche UVV-Prüfung: laut Blink 150-200 EUR/Monat zusätzlich - im deutschen Kontext rechtlich relevant und in keiner recherchierten Rate enthalten. - Batteriewechsel bei langen Laufzeiten: 2.000-5.000 USD (commercialrobotvacuums). Bei 60-Monats-Verträgen unbedingt klären, wer den Batteriewechsel trägt. - Bauliche Voraussetzungen (Wasser-/Stromanschluss an der Dockingstation, WLAN-Abdeckung, Aufzugsanbindung).

WICHTIGE ABGRENZUNG LEASING vs. ECHTES RaaS: Die deutschen Angebote von Roboterly ('Leasing ab 379 EUR') sind Finanzierungsraten OHNE Service - Servicepakete (Bronze/Silber/Gold) werden separat verkauft und deren Preise sind nicht veröffentlicht. Ein Vergleich mit einer US-Full-Service-RaaS-Rate ist deshalb nicht zulässig, ohne das Servicepaket aufzuschlagen. Für RoboHub ist genau diese Normalisierung (Rate + Servicelevel + Verbrauchsmaterial + Betriebskosten = Vollkosten pro Monat) der zentrale Mehrwert gegenüber den Anbieterseiten.

RABATTE UND VERHANDLUNGSSPIELRAUM: Flottendeals ab 5 Einheiten typischerweise 15-25 % Nachlass, längere Laufzeiten senken die Monatsrate (grabarobot.com). Diese Angabe ist eine Sekundärquellen-Schätzung ohne Primärbeleg.

Was heißt das für Ihr Objekt?

Die Bedarfsanalyse rechnet diese Methodik auf Ihre Fläche um — inklusive des ehrlichen Hinweises, wenn sich ein Roboter für Sie noch nicht lohnt.

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→ Förderung & Steuer-Hebel: Was die Rechnung zusätzlich verschiebt

Methodik: Verglichen wird nur der substituierbare Freiflächen-Anteil (~65 %), nicht der Vollleistungspreis der Unterhaltsreinigung — Marktpreise von 0,45–1,50 €/m² wären als Vergleich irreführend. Alle Quellen in den Daten hinterlegt. Keine Steuer-/Finanzberatung.